Nordkette Innsbruck

Der meiner Meinung nach bis jetzt beeindruckendste Klettersteig den ich gegangen bin, befindet sich eindeutig oberhalb von Innsbruck im Karwendelgebirge in der sogenannten Nordkette. Die Nordkette ist die kürzeste und südlichste Gebirgskette des Karwendels und befindet sich nördlich von Innsbruck.

Daten:

Nordkette
Höchster Gipfel: Kleiner Solstein – 2637m
Gebirge: Karwendel
Lage: Tirol (Österreich) – nördlich von Innsbruck

Besuchte Gipfel:
Hafelekarspitze – 2334m
Seegrubenspitze – 2350m
Westliche Sattelspitze 2339m
Frau Hitt – 2270m

Tourenbericht:

Die ganze Tour hat mal wieder an einem Sonntag in der Früh begonnen. Vorsorglich das Gepäck bereits am Vortag gepackt (nicht), geht es ohne Stress um 07:00 Uhr nach Innsbruck zur Seegrubenbahn und von hier aus weiter zur Hafelekarbahn, die uns bis zur Gebirgskette bringt. Da diese Tour nicht nur bei Inländern, sondern auch bei Touristen bekannt ist, gilt hier das Gesetz: „der frühe Vogel fängt den Wurm“. Da dies in einer voll besetzten Gondel etwas schwer umzusetzen ist, sind wir dann doch leicht beschleunigt zum Einstieg gegangen, um nicht bereits vor Kletterbeginn im Stau zu stehen.

Gesagt getan, waren wir einer der ersten und bewunderten die doch mittlerweile lange Schlange an begeisterten Bergsteigern. Etwas verwirrend waren diejenigen die noch nie ein Kletterset bedient haben und dann bei >2000m damit beginnen. Aber zurück zum Thema. Der Einstieg beginnt ca 200m nördlich des Gondelausstiegs und startet direkt mit einer relativ senkrechten Wand. Alles kein Problem für den geübten Kletterer, daher haben wir auch relativ schnell die ersten Wanderer eingeholt und können die restliche Tour in fast ruhigen Zügen genießen.

Der Weg führt jetzt über mehrere Gipfelkreuze, von denen man einen überwältigenden Ausblick auf das Tiroler Gebirgsmassiv hat. Ich war im ersten Moment sprachlos und muss, meiner bescheidenen Meinung nach, dazu sagen, dass wir das ‚Glück‘ hatten, dass Innsbruck hinter einer Nebelwand versank, während wir freie Aussicht auf die umliegenden Berge genießen durften.

Ich denke die Bilder, die ich an diesen Beitrag anhänge, sprechen Bände und ich muss nicht mehr viel dazu sagen.

Nach ca 2 Stunden konnten wir erfolgreich den ersten Teil des Klettersteigs hinter uns bringen. Die Überlegung weiter zu machen oder zurück zu gehen war eine kurze, da uns die Motivation an diesem Tag wohl beide überwältigt hat. Weiter gehts über einen Feldweg zum nächsten Einstieg. Teil II beginnt.

Das Ziel war diesmal ‚Frau Hitt‘. Ein Gipfel der Nordkette, zu der es eine in Tirol berühmte Saga gibt. Frau Hitt ist eine Felsformation, die einer versteinerten Frau ähnlich scheint. Die Geschichte dazu kann ich nur schwer wiedergeben und werde es daher überspringen und verweise für Interessenten dezent -> Frau Hitt Sage

Der 2. Teil war für uns eine willkommene Abwechslung. Der Einstieg beginnt nämlich mit einem Abstieg. Senkrecht abseilen! So fühlt es sich im unwegsamen Gelände an und jetzt sollte man wirklich aufpassen wo man hintritt. Gefährlich ist der Klettersteig auf alle Fälle und deswegen heißt es wie in allen Klettersteigen – Bitte langsam und vorsichtig Klettern. Das ganze wird einem erst wieder bewusst, wenn  dir ein Wanderer ohne jeglich Sicherung entgegenkommt. Da muss man einen kühlen Kopf bewahren und trotzdem kopfschüttelnd und doch Glück wünschend vorbei…

Unser Ziel vor Augen gings weiter am Bergkamm. Das Gipfelkreuz im Blick, das Stahlseil in den Händen und den festen Fels unter den Füßen. So wandert man, so klettert man, so fühlt man sich endlich mal wieder frei.

Jetzt kommt der letzte und schwierige Abstieg in einer senkrechten Wand. Hier gibt es zwar viele Tritthilfen, jedoch ist gerade die überhängende Wand für den Anfänger ein sehr kompliziertes Stück Fels. Von hier aus sieht man bereits Frau Hitt auf dem Kamm wachen. Das Kreuz ist nur schwer erreichbar und sollte wirklich nur von schwindelfreien und trainierten Bergsteigern bestiegen werden.

Das war unsere Sonntagstour. Nach ca 5 Stunden auf dem Kamm und in den Felswänden hatte wir nur noch ein Ziel im Auge und zwar die nächste Alm bzw. die nächste Rast- und Essensmöglichkeit. Nach einer vernünftigen und kraftstärkenden Pause zwischen Hühnern und Bikern ging es Richtung Tal zu unserem fahrbaren Untersatz.

 

 Fazit:

Unglaublich, faszinierend und spektakulär trifft hier wohl am Besten zu. Ich bin nur selten so beeindruckt wie an diesem Tag. Aber diese Tour hat mir wieder mal gezeigt wie schön man es haben kann, wenn man sich etwas Zeit nimmt. Der einzige Störfaktor waren hier definitiv, die doch vielen Bergsteiger. Natürlich verstehe ich die Beliebtheit des Steigs, jedoch befinde ich mich in der Natur lieber alleine und unter meinen Freunden.

5 von 5 Sternen

Bilder:

Ein Gedanke zu „Nordkette Innsbruck

  • 27. Mai 2017 um 10:40
    Permalink

    Sieht nach jeder Menge Spaß aus, und eine atemberaubende Aussicht. Was hat dir denn am besten gefallen bei dieser Tour?

    Antwort

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