Games verwandeln die Jugend

Heute gibts mal ein wenig Abwechslung, da ich mal ein ernstes Thema ansprechen möchte. Immer wieder hör ich mir Gespräche mit verschiedenen Leuten an, die sich beschweren, dass sich immer mehr Personen in digitalen Welten aufhalten, statt ihre Zeit sinnvoll zu vertreiben.

Wenn man mich fragt, würde ich mich selbst auch als Gamer bezeichnen. Als Gamer verstehe ich Menschen die sich viel in digitalen Welten aufhalten und ‚elektronische‘ Spiele spielen, wie zbsp. PC, Playstation, Gameboy etc.
Ich spiele seit ich klein bin auf den verschiedensten Konsolen. Angefangen hat alles mit einem PC und einem Nintendo Gameboy. Ich besitze mehrere verschiedene Konsolen und verschiedene Gameboy’s. Außerdem verbringe ich nach wie vor viel Zeit vor einem PC. Ich habe in meiner bisherigen Lebenszeit sehr viele Spiele gekauft und vermutlich auch viel Geld ausgegeben. Trotzdem bereue ich keine Minute, die ich vor einem Monitor verbracht habe. Denn ich sehe Spiele nicht als Mittel mich in einer besseren Welt aufzuhalten oder mich vor den realen Problemen zu verstecken, wie es viele (sehr viele) Personen denken. Egal wo ich gerade bin oder in welchen Medien man sich informiert. Es geht immer darum, dass Spiele der Jugend schaden. Ob man nun süchtig wird und nicht mehr aus seiner digitalen Welt heraus will oder dass gewalttätige Spiele Menschen zu Mördern machen können.

Da ich selbst in dem Alter bin, welches so gern kritisiert wird und mich auch selbst in dieser ‚zweifelhaften Szene‘ bewege möchte ich hier ein paar Punkte aufzählen und darüber reden:

die Verwandlung

Ich nenne es jetzt mal die Verwandlung, weil mir sonst kein Wort zu diesem Blödsinn einfällt:

„Gewalttätige Spieler machen Menschen gewalttätig (zu Mördern, Amokläufern, Psychopathen usw)“

Ist das euer Ernst? Letzte sah ich einen kleinen lokalen deutschen Komödianten der einen sehr guten Kommentar auf diese Aussage hinterlassen hat. Ich zitiere: „seid doch mal ehrlich, ich selbst sehe mir jeden Tag Katzenvideos an, weil ich Katzen liebe und trotzdem bin ich noch nicht auf die Idee kommen, mir morgens auf die Zeitung zu kacken“

Ich kann ihm wirklich nur zustimmen. Ein Spiel bleibt ein Spiel. In den meisten Fällen gehört das in die Rubrik Fantasie und jeder weiß den Unterschied zwischen einer digitalen und realen Welt. Wie oft habe ich schon auf Pixel und Grafiken geschossen, mit einem Blitzhammer Kobolde erschlagen und und und. Trotzdem wäre ich noch NIE auf die Idee gekommen, das auch nur auf irgend eine Weise in Wirklichkeit zu machen. Jeder der solche Thesen aus der Luft saugt, möchte nur nicht über die wahren Gründe nachdenken. So gibt es einen leichten Sündenbock, der sich nicht wehren kann. Eine leichte und dumme Aussage, die jedem Menschen, der sich nicht auskennt, etwas greifbares gibt, an dem man sich festhalten kann.

Verschwendete und sinnlose Zeit

der wohl zweit-häufigste Kommentar, der mir an den Kopf geworfen wird ist:

„Du verschwendest nur Zeit mit den sinnlosen Computerspielen!“

Sowas höre ich meistens von Leuten, die sich im nächsten Moment vor dem TV hocken und Dschungelcamp, Richterin was-weiß-ich-wer, DSDS oder sonst irgend einen Müll in unserem ach so tollen Fernsehprogramm ansehen… Klar ich könnte meine Zeit sinnvoller nutzen und … hmm was eigentlich. Macht es wirklich einen Unterschied ob ich mich Abends um 9 vor dem TV oder PC hocken? Ob ich mir lieber ein Buch schnappe und mich ins Bett legen. Noch schnell die Wohnung aufräume und das Bad putze? Ich sage hier mal ganz klar NEIN. Ganz im Gegenteil, kann ich oft meine Kreativität gerade in Spielen freien Lauf lassen. Ich unterhalte mich mit Personen auf der ganzen Welt in verschiedenen Sprachen, lerne in vielen Spielen mehr, als in den letzten 10 Schuljahren und ich habe das ein oder andere Erfolgserlebnis, welches mir den vielleicht miesen Berufstag aufheitert.

Dazu kommt der Lernfaktor. Ich habe in den verschiedensten Spielen vermutlich mehr über die Geschichte und Geografie unserer Erde gelernt, als jemals in der Schule. Das liegt nicht an der miesen Unterrichtsqualität, wie es von vielen behauptet wird, sondern an den detailgetreuen und wahnsinnig gut gemachten Spiele. Viele Entwickler beschäftigen sich haargenau mit geschichtlichen Ereignissen und Personen, dass man sich beim Spielen in eine bestimmte Epoche zurück versetzt fühlt. Du agierst direkt mit den Personen, betrachtest eventuell ihre Werke oder gehst mit Ihnen im alten und Neu-erbauten Venedig einen Kaffee trinken. Hier gibt es keine Grenzen, solange man nicht alles glaubt, was hier und dort auftaucht. Und natürlich braucht man einen gewissen Hausverstand um bestimmte Themen ins ewige Reich der Fantasie zu verbannen =)

Buch vs. Games

Ebenfalls ein sehr tolles Thema ist die ewige Diskussion, ob denn nun ein Buch besser ist, als ein Spiel und umgekehrt.
Ich selbst lese wahnsinnig viel. Von Fantasy zu Kriminalromanen bis hin zu Berichten von Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich verbringe beispielsweise jede freie Minute im Zug mit einem Buch oder lege mich gern am Abend aufs Bett und lese. Ich tauche meistens direkt in das Geschehen ein und bekomme meistens von der momentanen realen Umgebung nicht mehr viel mit. Hört sich für mich im ersten Eindruck doch gleich an wie bei bestimmten PC-Spielen. Ich kann bei so einem Punkt wirklich keine Diskussion verstehen. Klar, wenn jetzt eine Person nur Literatur und Geschichtsbücher liest und man vergleicht ihm mit einem 20 jährigen der seit 6 Jahren World of Warcraft spielt, dann kann nur ein falsches Ergebnis heraus kommen. Ich kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Natürlich merke ich auch, wie oft ich irgendwo alleine beim Lesen hocke, während viele andere auf ihren Handys tippen oder Musik hören. Trotzdem bin ich deswegen nichts besseres. Keiner kann behaupten dass der Typ mit dem grünen Side-Cut Haarschnitt, Lippenpiercing und Handy in der Hand neben mir keine Ahnung vom wahren und realen Leben hat. Das sind dumme und nichtssagende Argumente.

Einen tollen Beitrag hierzu gibt es von LogIn den ich gerne verlinke: Sind Games verspielte Lebenszeit?

Kein einziger Kritikpunkt von mir?

Nein, das stimmt nicht. Selbst ich kenne einige Personen, denen ich auch immer mitteile, sie säßen zu viel vor dem Computer. Das hat aber verschiedene Gründe. Ich betreibe ebenfalls relativ viel Sport und versuche viele Bekannte davon zu überzeugen, dass es gesund ist und Spaß machen kann. Viele fühlen sich schon gequält, wenn sie nur daran denken, da sie sich keine eigene Meinung darüber bilden können.
Dazu kommt, dass es auch einige PC-Spiele gibt, die einen gewissen Suchtfaktor bei den Spielern erzeugen. In diesen Spielen hat man zusätzlich wenig Kontakt zu anderen Menschen und hier sehe ich teilweise Probleme. Wenn man sich täglich stundenlang in Spielen aufhält und keine sozialen Kontakte dabei stärkt, gerät man eventuell schnell in eine ungute Situation. Ich spiele hauptsächlich nur mit Freunden und Bekannten und habe jederzeit mündlich oder schriftlich Kontakt mit den Freunden. Das ist mir beispielsweise sehr wichtig.

Ich könnte hier vermutlich noch ewig weiterschreiben, aber ein Blogeintrag ist einfach zu wenig um dieses komplexe Thema zu bearbeiten. Ich finde es nur schade, wie viele Menschen einfach sinnlos und gedankenlos andere verurteilen. Das ist nur möglich wenn man sich mit den Themen auseinandersetzt und das macht heutzutage niemand mehr.

BG

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